Dalszöveg
Damals, als die Welt noch kalt und grausam war, lebte Sie…! Sie war keine Königin aus Gold und Samt, sondern eine Tochter des Sturms. Ihre Muskeln waren hart wie der Fels, geformt von der Jagd auf den stolzen Steinbock und den schnellen Hirsch. Sie trug die Weisheit der Wildnis in ihren Augen. Sie kannte die Ströme des Lachses und das Geheimnis der heiligen Pilze, die den Geist fliegen lassen. Fünfzig Winter lang, eine Ewigkeit in jenen Tagen des Frosts, führte sie ihr Volk. Sie war der Anker im tobenden Meer der Eiszeit. Doch auch der stärkste Fels bricht irgendwann unter der Last der Zeit. Als der Atem aus ihrem Körper wich, weinte der Himmel Tränen aus Eis. Der Druide beginnt leise zu singen, ein monotoner, kehliger Gesang, der die Luft vibrieren lässt. Er greift in einen Beutel an seinem Gürtel und streut ein tiefrotes Eisenoxid in die Flammen. Ein Funkenregen bricht aus, und der Rauch färbt sich blutrot. Ihr Volk trug sie nicht zur Erde wie ein Tier. Sie brachten sie in den Schoß der großen Mutter…; in das gewaltige Portal von El Miron, wo der Berg den Himmel küsst. Tief hinein, dorthin, wo das Licht stirbt und die Ewigkeit beginnt. Sie betteten sie hinter den großen, schützenden weissen Kalkstein Block, den Altar der Tiefe inmitten der Höhle von El Miron.
Hört die Trommeln jener Nacht! Boom…; Boom…; Boom…; Sie wuschen ihren Körper. Sie entfachten die heiligen Feuer, deren Rauch die Geister besänftigen sollte. Und dann, Kinder der Berge, taten sie das, was die Liebe unsterblich macht: Sie überschütteten ihren Leib mit dem heiligen Ocker…; dem Blut der Erde, der Farbe des Lebens, der Jagd und des Feuers. Sie sollte nicht im Dunkeln frieren! Und sie streuten Blumen aus den fernen Tälern auf ihr Haupt. Tausende von bunten Blüten, deren Staub sich mit dem Rot des Ockers vermischte, ein Bett aus Frühling mitten im tiefsten Eiszeit Hauch. Die Augen des Druiden reissen auf. Sie sind vollkommen schwarz, reflektieren das unheimliche rote Leuchten des Feuers. Seine Stimme schwillt an zu einem mächtigen Befehl, er streckt die Hände in den Rauch und beginnt die heiligen Zaubersprüche der Ahnen Beschwörung...: Anextlomaros! Dagodewos! Geister der Tiefe, Hüter des Schweigens, brecht das Siegel des Steins…! Nantoswelta! Togotumos! Mutter des Bodens, die das rote Blut bewahrt, öffne die Pforten…! Ich rufe dich, Rote Dame von El Miron! Durch das Blut der Erde, das dich kleidet, durch den Staub der Jahrtausende, durch die Asche unserer Ahnen! Erwache im Rauch! Zeige deinen Kindern das Gesicht derer, die vor dem Eis waren! Par Aghaba wurds noch mehr unheimlich zumut. Ich bin Par Aghaba die Feder des Adlers und wenn der Skythen Greife ihre Flügel in der Steppe Höhen schwingen wird bald des Todes Lied erklingen. Par Aghaba und Bulba Kahn Par Aghaba und Bulba Kahn
Par Aghaba und Bulba Kahn Par Aghaba und Bulba Kahn. Ein plötzlicher Windstoß fährt durch die Ritzen der Hütte, obwohl draußen die Nacht vollkommen windstill ist. Die Flammen erlöschen fast, nur ein glühendes, tiefrotes Licht bleibt zurück. Im dichten, roten Rauch über der Glut formen sich wirbelnde Gestalten auf. Die Krieger halten den Atem an…; Ihre Ahnen nähern sich ihnen und geleiten sie in eine Welt hineinen wie sie sie vormals noch nie sahen. Alles ist von weissem, tiefem Schnee bedeckt und gewaltige Mammuts mit mächtigen weissen Stoßzähnen graben im Schnee nach Flechten und Wurzeln. Und da, am höchsten Berg steht sie…; die Eiskönigin, ihre Haare fliegen im eisigen Wind, geisterhaft und regungslos, ein gewaltiger weisser Berglöwe liegend an ihrer Seite. Die Gestalt der Roten Dame blickt herab und deutet lange auf die Spitze des mächtigen Steilklippen Bergs in dem sie begraben liegt. Dort soll der erste Stein gesetzt werden, nach Äonen der Unendlichkeit, wird dort entstehen das Fundament der Freiheit. Der Druide senkt langsam den Stab. Der Rauch zieht ab, das Feuer flammt wieder normal auf, gelb und warm. Die Vision schwindet, doch die Kälte der Eiszeit sitzt den erfahrenen Kriegern noch tief in den Gliedern. Sie ist dort, flüstert der Druide, nun wieder sichtlich gealtert und erschöpft. Sie schläft im roten Staub von Kantabri`en. Vergesst nie, wer ihr seid. Wenn ihr durch die Berge von Santandehr geht, wandelt ihr auf dem Grab von Königinnen, die den Frost bezwangen. Ihr Blut fließt in euren Adern. Haltet ihre Saga heilig, die Geister der Urzeit sind in Kantabri`en allgegenwärtig. Korokotta und seine Krieger wissen nun wo der Grundstein, das Fundament für Freiheit und Wissen zu legen ist. Par Aghaba fand es sehr gut, dass sie zuerst ihre Ahnen fragten. Ich bin Par Aghaba die Feder des Adlers und wenn der Skythen Greife ihre Flügel in der Steppe Höhen schwingen wird bald des Todes Lied erklingen.
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