Dereinst in der Saxen dunkelster Stund Da ward geboren am fränkischen Hof Ein mächtger Herrscher Aus einer Königin edlem Schohß. Seines Vaters Vater war Karl Martell Der Hammer geheißen der Die Berber bei Pohrtjehs besiegt Und in Sahnd Denihs im Frankenland begraben liegt Und noch schlimmer als auch Das edle Geschlecht der Merowinger Vom Hofe der Franken vertrieb.
„Willkommen am Hof der Franken Der Tod ist unser Geschäft Und willst du nicht bezahlen So geben wir dir den Rest“ „Alle Völker haben wir niedergerungen Unsre doppelseitig scharfen Schwerter Haben sie in die Knechtschaft gezwungen“
Frei lebend Menschen unter Wotans Hehrem Himmel sind dem jungen Mächtig König ein übler Graus So verfolgt er sie durch alle Lande Und macht ihnen den Garaus
So hört er auch von des Saxens Widukind Heldentat, die dem Mächtgem König Karl Einhalt gebiet Und sein Widerstand erschallt in Aller Saxens Volkes Lied Im ganzen Land
„Wer wagt es mir zu wiederstehn:“ „Ich bin Karl der König aller Franken Und Ihr müßt euch fügen alsbald Sonst nehm ich Euer Leben und Land:“
„So sprach der grausige Karl, Für die Saxen war er ein Höllenfürst.“
Der mutigen Krieger gab es viele, viele Im starken Saxenland Doch nimmermehr starben Der Franken so viele, so viele Durch Widukinds sichere Hand Erschlagen von Saxnoth: Sein mächtig Schwert genannt
Oh Widukind, Oh Widukind Du bist der stärkste aller Saxen im Land Oh Widukind, Oh Widukind Es wird gebraucht deine sichere Hand Oh Widukind, Oh Widukind Hast gekämpft tapfer in jeder Schlacht Oh Widukind, Oh Widukind Mußt brechen der Franken Macht
In der Germanen Land war Winter. Scharf pfiff der Nordwind über Der Saxen Eichenwälder wieder und wieder. An einem Waldrand stand ein hoher Krieger: in den Mantel gehüllt, Die Faust umfasst Heft und Knauf. Es war Saxenherzog Widukind Der Sohn des Eisens und des Windes. Er blickte von der Anhöhe tief ins Tal wo funkelte in der Nacht das Heerlager von König Karl.
„Nun wohlan mag kommen die Schlacht Zur Morgenstund: daß ich in Karls Augen Blicke und ihm Leib und Leben entrieße, Unsre Schwerter sich kreuzen mögen Unsere Klingen scharf und schnell Soll nun kommen des Todes Stund.“
Oh Heil der Saxen, Oh Heil der Saxen Der starke Widukind naht Oh Heil der Saxen, Oh Heil der Saxen Es wird gebraucht deine sichere Hand Oh Heil der Saxen, Oh Heil der Saxen Ein starker Ostwind bläst dich herbei Oh Heil der Saxen, Oh Heil der Saxen Widukind der du auch Frankentöter genannt Oh Heil der Saxen, Oh Heil der Saxen Karl der Franke wird bald nimmermehr Kommen in der Saxen Land.