Songteksten
Die Zeremonie endet. Es ist finsterste Nacht, der Klang der Kriegstrommeln verhallt in der unendlichen Weite der Steppen Nacht. Dschingis Khan blickt nach Süden, wo die reichen, sesshaften Imperien hinter ihren hohen Mauern aus Stein schlafen. Seine Krieger sehen seinen Blick. Sie greifen nach den Zügeln ihrer Pferde. Die Ära der Eroberung der Welt hat begonnen. Das Schweigen der Augen im kaiserlichen Lager erhellt die Nacht. Draussen vor den dicken Filzwänden des kaiserlichen Hauptzelts; der gewaltigen, schneeweissen Groß Khan Jurte; verhallt das ferne, dumpfe Brüllen des Millionenheers nur noch wie das Grollen eines abziehenden Gewitters. Drinnen herrscht eine fast drückende, sakrale Stille. Der Boden ist mit dicken, scharlachroten Perserteppichen ausgelegt, die von den ersten Raubzügen gegen die Oasenstädte zeugen. Im Zentrum brennt ein sauberes Feuer aus getrocknetem Birkenholz, das kaum Rauch, aber eine intensive, trockene Hitze abgibt. Dschingis Khan hat die weisse Hermelin Krone abgesetzt. Sie liegt auf einem Tischchen aus Zedernholz, daneben der schwere Khelme Säbel, dessen Klinge nun sauber gewischt ist, aber noch immer den metallischen Geruch von Tod verströmt.
Er trägt nur noch den mit Goldfaden bestickten Seidenkaftan. Seine Schultern, die eben noch die Last des gesamten Universums trugen, wirken in der Einsamkeit des Zeltes schwer. Am Feuer sitzen die beiden Frauen, die sein Fundament bilden. Sie haben ihn im Schlamm kriechen sehen, und sie haben ihn eben auf dem weissen Yak Filz Thron thronen sehen. Sie sind die Königsmacher. Hö`elün, die Königsmutter: Ihr Gesicht ist eine Landkarte aus tiefen Falten, gegerbt von der unbarmherzigen Steppensonne, gezeichnet von den Jahren der Flucht, in denen sie ihre Kinder nach der Ermordung ihres Mannes mit wilden Wurzeln und Nagetieren vor dem Verhungern bewahren musste. Ihre Augen sind schmal, dunkel und unendlich weise. Sie trägt ein langes Kleid aus schwerer, dunkelblauer Wolle, die Haare zu strengen, grauen Zöpfen geflochten. Par Aghaba hatte allergrößte Hochachtung vor des Khans Mutter. Ich bin Par Aghaba die Feder des Adlers und wenn der Skythen Greife ihre Flügel in der Steppe Höhen schwingen wird bald des Todes Lied erklingen. Par Aghaba und Bulba Kahn Par Aghaba und Bulba Kahn
Par Aghaba und Bulba Kahn Par Aghaba und Bulba Kahn. Börte, Dschingis Khans über alles geliebte Frau…; Die Frau, deren Raub einst den ersten großen Krieg auslöste. Sie besitzt eine stolze, ungebeugte Haltung. Ihr Gesicht ist glatt, aber ihre Augen strahlen die eiskalte Entschlossenheit einer Frau aus, die weiß, dass Macht mit Blut bezahlt wird. Ihr Kleid aus hellgrüner Rohseide ist am Kragen mit Otterpelz besetzt. Dschingis Khan setzt sich schweigend auf ein niedriges Holzgestell, die Ellbogen auf die Knie gestützt. Er starrt in die tanzenden Flammen. Du hast Dschamucha brechen lassen, bricht Hö`elün das Schweigen. Ihre Stimme ist rauchig, tief, ohne Zittern. Es ist keine Anklage, sondern das Feststellen einer blutigen Realität. Sein Blut hat die Erde nicht berührt. Aber seine Seele wird dich auf Schritt und Tritt verfolgen, mein Sohn. Dschingis Khan hebt langsam den Kopf. Die weisse Narbe auf seiner Wange zuckt im Feuerschein. Es gibt keinen Platz für zwei Sonnen unter einer Kuppel, Mutter, erwidert er…; dass waren seine Worte, und seine Stimme klingt müde, ganz anders als das donnernde Brüllen auf dem Kurultai. Er hat es selbst gesagt. Wenn ich ihn hätte leben lassen, hätten die Naimanen oder die Merkiten morgen wieder sein Banner aufgegriffen. Ich musste die Vergangenheit töten, um die Zukunft zu gebären. Börte greift nach einer silbernen Schale mit heisser, gesalzener, Airag Stutenmilch und reicht sie ihrem Mann. Ihre Finger berühren die seinen…; sie sind eiskalt. Du hast nicht nur Dschamucha getötet, mein geliebter Mann, sagte Börte leise, während sie ihm fest in die Augen blickt. Du hast die alten Stämme vernichtet. Du hast die Merkiten, die Dschadaran, die Keraiten und Naimanen in deine Tumen gepresst. Du hasst sie gezwungen, Brüder zu sein. Glaubst du, ein Wolf vergisst, dass du seine Welpen geschlachtet hast, nur weil du ihm jetzt ein Stück Fleisch von deinem Tisch hinwirfst? Wahr gesprochen, Königin der Steppe, dachten sich Par Aghaba und Bulba Khan Insgeheim.
Diese beiden Frauen waren die wahren Herrscher der Mongolen! Par Aghaba und Bulba Kahn Par Aghaba und Bulba Kahn
Par Aghaba und Bulba Kahn Par Aghaba und Bulba Kahn